Programm:
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr 4, G-Dur, op. 58
Solist: Sven Bauer (Schwäbisch Hall)
Karten im Vorverkauf bei der Hohenloher Zeitung, Bahnhofstraße 11, Öhringen oder bei Mobiz im Bahnhof Öhringen und an der Abendkasse. Erwachsene 15 EUR, ermäßigt 12 EUR (Schüler, Studenten, Auszubildende (ab 15 Jahre), Behinderte ab 50% mit Ausweis)
Pianist Sven Bauer aus Tüngental pendelt zwischen Proberaum und Konzertsaal
Jüngst die Royal Albert Hall in London, die Carnegie Hall in New York und demnächst das Akropolis Museum in Athen: Pianist Sven Bauer aus Tüngental ist viel unterwegs.
In einer Metallbaufabrik in Hedingen bei Zürich ist er neulich aufgetreten. „Die haben einen Steinway-Flügel mitten in die Produktionshalle gestellt“, erzählt Sven Bauer. Der 27-Jährige gastierte dort innerhalb einer Konzertreihe an ungewöhnlichen Orten: „Ein bisschen ,verrückt’ und eine super Erfahrung“, sagt er.
Im Februar 2015 hat Bauer, der einst an der Haller Musikschule bei Alla Schuljakowski seine ersten Etüden spielte, die Diplom-Prüfung an der Universität in Frankfurt gemacht. Derzeit sattelt er ein zweijähriges Aufbaustudium fürs Konzertexamen drauf. „Das ist vergleichbar mit einem Promotionsstudium“, erklärt er. Durch eine Sonderregelung kann er bei seinem Professor Lev Natochenny studieren, den er bereits seit jungen Jahren kennt. Zu Natochennys Schülern zählen auch so namhafte Pianisten wie Martin Stadtfeld oder Dirk Mommertz.
An der Kalaidos-Universität in Zürich/Schweiz macht Bauer zudem seinen Master, „dort ist man sehr flexibel, kann die Termine individuell gestalten“. So könne er auch an Wettbewerben teilnehmen und Konzerte geben – „ein absoluter Glücksfall“.
E-Mails werden um 1.40 Uhr noch verschickt
Wenn Bauer auf Anfragen per E-Mail antwortet, kommt es schon vor, dass eine tiefnächtliche Absendezeit dabei ist. Immer noch wach um 1.40 Uhr? „Nachts kann ich gut üben, da sind dann auch an der Uni die stark nachgefragten Überäume eher frei“, erklärt er. Danach lassen sich noch ein paar Mails beantworten.
Mittlerweile nimmt Bauers Auftrittsfrequenz zu. Allein im April spielte er alle vier bis fünf Tage ein anderes Konzert: „Eine super Sache.“ Er kommt rum: Im März hat er in der Londoner Royal Albert Hall beim „Grand Prize Virtuoso International“ einen ersten Preis errungen. Wenn der Liederkranz Tüngental aus der Heimat anfragt, ob er daheim in der Festhalle beim 140-Jahr-Jubiläum im April spielen würde und es zeitlich passt, sagt er freilich zu: „Als Dingelder mach i des nadierlich“, meint er in breitem Hohenlohisch und lacht. Der Verein organisierte einen Konzertflügel. Ehrensache, dass Sven Bauer dann nicht nur Haydn-Sonate und Schumann-Arabseke spielte, sondern auch den Chor begleitete: „Man muss offen bleiben“ – und bodenständig halt auch.
Ein paar Tage später reiste er nach New York, um beim Golden-Key-Festival in der Carnegie Hall aufzutreten. Zum ersten Mal in Amerika – allerdings musste am Flughafen in London erstmal eine profane Hürde überwunden werden: Der Fingerabdruck-Scanner hatte Schwierigkeiten mit dem Pianisten-Daumen, der durch das viele Spielen einige Rillen aufweist. Wie er am Flughafen „rausgezogen“ und dann mit einem strengen „Bauer“-Ruf ins Hinterzimmer kommandiert wurde, da habe er sich wie beim Appell gefühlt, erzählt der junge Künstler. Die Prüfung der Unterlagen ergab: alles in Ordnung. Viel Aufregung für einen Kurztrip, denn keine 48 Stunden später war er wieder zurück. Immerhin habe er in einem Hotel zwischen Carnegie Hall und Central Park übernachtet, so dass er doch noch etwas von der Stadt sah. Auch wenn es nur ein kurzer Ausflug nach Übersee war, so seien diese Auftritte wichtig, um Kontakte zu knüpfen, erklärt Sven Bauer.
„An so einem Abend spielt man rund 10.000 Noten“
Er ist viel unterwegs, immer wieder bei Wettbewerben in Italien, wo er im sommerlichen Kalabrien bei 40 Grad ein 90-Minuten-Programm absolvierte. Beim Reisen schaffe er es mittlerweile auch, im Flugzeug sofort einzuschlafen: „Manchmal bekomme ich den Start gar nicht mehr mit.“ Oder er befasst sich unterwegs mit dem Notentext: „Immerhin spielt man an so einem Abend rund 10.000 Noten.“ Dazu kommt das Selbstmanagement: Flüge und Hotels buchen, Zugverbindungen checken, Homepage pflegen, zuweilen sitze er acht Stunden am PC, und Bauer hat eine Sieben-Tage-Woche. Das klingt anstrengend: „Ja, aber ich würde nichts anderes machen wollen.“ Für ihn sei das auch ein Art Lebenseinstellung, ständig an sich zu arbeiten, sich nicht zu schnell zufriedenzugeben, für jedes Projekt Verantwortung zu tragen. „Klar, das muss einem liegen“, räumt Sven Bauer ein, und: „Ohne Ehrgeiz geht es nicht.“
Wann er das letzte Mal Urlaub hatte? „Nach dem Diplom vier Tage.“ Da gönnte er sich gemeinsam mit seiner Freundin – sie ist ebenfalls Musikerin – eine Auszeit am Bodensee.
Die nächsten Projekte? Am 1. Juli bestreitet er einen Solo-Abend im Akropolis-Museum in Athen mit Werken von Haydn, Schumann und Prokofjew – mit Fernsehübertragung. „Ich bin mal gespannt“, meint Bauer. Anfang September ist er in Leipzig, hat immer wieder kleine Auftritte und Wettbewerbe, und am 8. Oktober tritt mit dem Orchesterverein Öhringen in der Kultura auf. Und wenn es die Zeit und die Route zulässt, schaut er immer wieder gerne daheim bei den Eltern in Tüngental vorbei – der junge Pianist ist eben auch ein bodenständiger Künstler.
Zur Person
Sven Bauer wurde 1989 in Schwäbisch Hall geboren. Aufgewachsen ist er in Tüngental. Im Alter von sieben Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht bei Alla Schuljakowski an der Haller Musikschule. Seit seinem neunten Lebensjahr nimmt Sven Bauer an Wettbewerben teil und wurde vielfach Preisträger. Im Herbst 2005 wurde er Jungstudent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, seit März 2009 ist er Student der Meisterklasse bei Lev Natochenny. Seit 2015 befindet er sich im Aufbaustudiengang Konzertexamen.



Die in Pegnitz geborene Bratschistin Anna Hösl erhielt ihren ersten Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren. In den darauffolgenden Jahren folgten mehrere Preise bei „Jugend musiziert“. Nach dem Abitur am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium in Bayreuth studierte sie zuerst Violine IGP an der Kunstuniversität in Graz bei Prof. Anke Schittenhelm, bevor sie zur Viola wechselte. Von 2012 bis 2014 studierte sie bei Fabio Marano an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, wo sie erfolgreich ihren Bachelorabschluss absolvierte. 2014 wurde sie in die Konzertfachklasse von Prof. Thomas Selditz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien aufgenommen. Sie wirkte in zahlreichen Orchesterprojekten mit, unter anderem im Festspielhaus Baden Baden mit dem Nederlands Dans Theater, beim Festival junger Künstler Bayreuth, im Jungen Tonkünstlerorchester, Young Generation Orchester, dem Norddeutschen Symphonieorchester und war stellvertretendeStimmführerin im Webern Symphonie Orchester Wien. Mit dem 2012 gegründeten Streichtrio Arcata gibt sie unter anderem im Rahmen der Yehudi Menuhin Stiftung „Live Music Now“ Konzerte. Konzertreisen und Orchestertourneen führten sie in Länder wie den Libanon, die Ukraine und nach China. Wichtige musikalische Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei Prof. Anke Schittenhelm, Fabio Marano und Prof. Hariolf Schlichtig.
Ian Galli-Heckmann erhielt seinen ersten Violinunterricht nach der Suzukimethode in seiner Heimatstadt Paris. Im Alter von 6 Jahren wurde er von dem russischen Solisten Joseph Rissin entdeckt und zu seinem Pariser Kollegen Nejmi Succari empfohlen. Unter seiner Leitung belegte er schon sehr früh Erfolge in nationalen und internationalen Wettbewerben. Nach seinem Abitur, das er an der Purcell School of Music London absolvierte, studierte er als Foundation Scholar am Royal College of Music in London unter Yossi Zivoni und Ani Schnach, später an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei L. Breuninger. Derzeit schliesst er sein Masterstudium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig unter Kathrin ten Hagen ab. Über die Jahre war er als Orchestermusiker sowie Solist vielseitig aktiv mit Auftritten in Frankreich, Deutschland, England, Schweiz, Polen, Italien, Lichtenstein.





